R15 Brandschutz & Normen 9 Min. Lesezeit

Brandschutzkonzepte nach Eurocode im mehrgeschossigen Raumzellen-Stahlbau

Tragende Feuerwiderstandsdauer (R30 bis R120), feuerhemmende Hohlraumbarrieren zwischen Raumzellen, Trockensteigleitungen und statische Heißbemessung nach EN 1993-1-2.

1. Baulicher Brandschutz für Stahlprofile: Plattenbekleidung vs. Dämmschichtbildner

Unbehandelter Stahl verliert bei 550°C rund die Hälfte seiner Tragfähigkeit. Im mehrgeschossigen Modulbau müssen Eckstützen 30 bis 120 Minuten (R30 bis R120) standhalten.

SERMODULA kapselt Stahlprofile werksseitig mit geprüften Kalziumsilikat- und Gipsfaserplatten nach EN 1993-1-2 oder appliziert geprüfte intumeszierende Beschichtungen.

2. Horizontale & vertikale Hohlraumbarrieren in den Zwischenmodulfugen

Fugen zwischen den Modulen (20-50 mm) könnten im Brandfall als Kamine wirken. SERMODULA integriert grafitbasierte Hohlraumbarrieren, die bei über 180°C um das 25-Fache aufquellen und Fugen feuerdicht verschließen (EI 60/120).

Dadurch wird eine unkontrollierte Brandausbreitung in den Decken- und Wandzwischenräumen zuverlässig unterbunden.

3. Trockensteigleitungen, Sprinklerintegration & Geprüfte Abschottungen

Installationsdurchführungen durch Brandabschnittsdecken werden ab Werk mit geprüften Brandschutzmanschetten (EI 120) und Brandschutzkissen gesichert.

Ab 4 Vollgeschossen werden Trockensteigleitungen und vorverrohrte Sprinkleranlagen bereits im Werk druckgeprüft eingebaut.

4. Heißbemessung nach Eurocode EN 1993-1-2 & Dokumentation zur Bauabnahme

Bauaufsichtsbehörden verlangen den rechnerischen Nachweis der Heißbemessung nach Eurocode EN 1993-1-2. Die kritische Stahltemperatur und Profilfaktoren werden exakt ausgewiesen.

Nach Fertigstellung erhält der Bauherr einen vollumfänglichen Brandschutznachweis mit Prüfzeugnissen für die behördliche Abnahme.

Brandschutz- und Feuerwiderstandsklassen nach Gebäudehöhe

Gebäudehöhe / Geschosse #1

1 – 2 Geschosse (GKL 1-3)

Tragende Stützen (R)
R30 – R60
Fugenbarriere (EI)
EI 30 – EI 60
Anlagentechnischer Brandschutz
Rauchmelder + Handfeuerlöscher
Innenbekleidung
Gipsfaser- oder Gipskartonplatte (A2-s1,d0)
Gebäudehöhe / Geschosse #2

3 – 4 Geschosse (GKL 4)

Tragende Stützen (R)
R60 – R90
Fugenbarriere (EI)
EI 60 – EI 90
Anlagentechnischer Brandschutz
Trockensteigleitung + Alarmierungsanlage
Innenbekleidung
Doppellagige Feuerschutzplatten (A1/A2)
Gebäudehöhe / Geschosse #3

5 – 6 Geschosse (GKL 5)

Tragende Stützen (R)
R90 – R120
Fugenbarriere (EI)
EI 90 – EI 120
Anlagentechnischer Brandschutz
Nasse/trockene Steigleitung + Sprinkleranlage
Innenbekleidung
Kalziumsilikat-Kapselung + Dämmschichtbildner
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Häufig gestellte Fragen

Wie verhält sich Stahl im Brandfall im Vergleich zu Stahlbeton?
Stahl reagiert berechenbar. Mit werksseitigen Brandschutzverkleidungen erreichen Stahlprofile verlässliche Standzeiten ohne das bei Beton gefürchtete Abplatzen unter Hitze.
Was verhindert das Ausbreiten von Rauch und Flammen in den Fugen zwischen den Raumzellen?
Vorgefertigte intumeszierende Brandschutzstreifen quellen bei über 180°C auf das 25-Fache auf und dichten die Zwischenräume vollständig rauch- und feuerdicht ab.
Werden Leitungsdurchführungen im Werk oder auf der Baustelle brandschutztechnisch abgeschottet?
Alle internen Durchbrüche werden zu 100% im Werk mit geprüften Brandschutzmanschetten vorkonfektioniert. Auf der Baustelle werden nur noch die Hauptkoppelstellen verschlossen.
Welche Baustoffklasse gilt für die inneren Wand- und Deckenbekleidungen?
Die Innenverkleidungen entsprechen den Euroklassen A1 oder A2-s1,d0 (nicht brennbar, minimale Rauchentwicklung s1, kein brennendes Abtropfen d0).
Welche Brandschutzdokumente werden der Bauaufsicht für die Abnahme vorgelegt?
Bauherren erhalten das vollständige Brandschutz-Dossier mit EN 1993-1-2 Nachweisen, CE-Leistungserklärungen, Prüfberichten der Barrieren und Abnahmeprotokollen.